Soliadresse Rebmann GE

Mannheim, 13. Januar 2017

Der Kampf geht weiter

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wer hätte bei der Bekanntgabe der Schließungspläne von GE gedacht, dass Ihr – und an Eurer Seite ein breites Mannheimer Bündnis – ein Jahr später immer noch steht. Dass Ihr nicht aufgebt und stattdessen weiter für Eure Arbeitsplätze, für geltendes Arbeitsrecht und für menschlichen Anstand kämpft.

Wenn ein Konzern so aggressiv vorgeht, wie GE es tut, dann ist es schwer, sich nicht entmutigen, sich als Belegschaft nicht spalten zu lassen, nicht einfach hinzuschmeißen. Daher gilt mein größter Respekt und mein aufrichtiger Dank jeder und jedem Einzelnen, die oder der nicht aufgibt und weiterkämpft. Dies ist ein deutliches Zeichen nicht nur an GE, sondern an alle Konzerne, die meinen, zur Steigerung ihres Profites so mit ihren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern umgehen zu können.

Bei Eurem Kampf habt Ihr nicht nur die Mannheimerinnen und Mannheimer an Eurer Seite. Auch in Berlin wird ganz genau wahrgenommen, wie GE vorgeht, Druck ausübt und sauber juristisch alles abhakt, um am Ende einfach mal so einen produktiven Hightech-Standort mit über 1.000 Beschäftigten plattzumachen. Deshalb hat sich Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel in den letzten Monaten mehrfach eingebracht und dem GE-Management gegenüber sehr deutlich gemacht, was er von diesem Vorgehen hält. Nämlich gar nichts. Er ist ihm ein persönliches Anliegen, Euch alle, die Ihr für gute Arbeitsplätze und Anstand kämpft, auf diesem Weg zu grüßen, für Euren Einsatz zu danken und darin zu bestärken, nicht aufzugeben. Ich soll Euch außerdem solidarische Grüße von der gesamten SPD-Bundestagsfraktion und besonders von der Parlamentarischen Geschäftsführerin der SPD-Bundestagsfraktion Christine Lambrecht übermitteln.

Wir Mannheimerinnen und Mannheimer werden es nicht einfach hinnehmen, wie sich GE verhält. Wir werden weiter gemeinsam laut sein und deutlich machen, dass der letzte Zweck des Wirtschaftens immer der Mensch sein muss, niemals der Profit.

Wie wir derzeit in der Metropolregion sehen können ist GE nur die Speerspitze einer Entwicklung, die mit Stellenstreichungen und Werksschließungen hochwertige und hochqualifizierte Arbeitsplätze vernichtet. Diesem Trend müssen wir uns solidarisch entgegenstellen und den Menschen und der gesamten Region Perspektiven bieten. Aus diesem Grund habe ich eine Standortkonferenz auf regionaler Ebene angeregt, die sich mit Beschäftigungsalternativen, der Stärkung des Wirtschaftsstandortes, dem Verhältnis von Arbeitgebern und Beschäftigten und dem Umgang mit Herausforderungen wie Globalisierung und Digitalisierung auseinandersetzt.

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir erleben gerade Umbrüche in der Arbeitswelt, die Angst machen und viele Fragen aufwerfen. Wir können entweder still halten, alles über uns ergehen lassen und dabei hoffen, dass es uns nicht trifft. Oder wir gestalten diese Umbrüche mit. Dass Ihr alle heute, ein Jahr nach Verkündung der Abbaupläne, immer noch hier seid und kämpft, das ist ein gutes und ein wichtiges Zeichen. Es zeigt, dass wir uns nicht unterkriegen lassen, dass wir es ernst meinen und dafür auch gemeinsam einstehen. Weiter so!

Wenn das Wetter es zulässt und ich es rechtzeitig aus Berlin zurück nach Mannheim schaffe werde ich heute gemeinsam mit Euch den ersten Jahrestag der Entlassungspläne begehen. Bei Glühwein und Musik werden wir dem Management zeigen, wie gelebte Solidarität aussieht.

Solidarische Grüße

Soliadresse Rebmann GE unterschrift

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