Alstom beendet Kurzarbeit

Von unseren Redaktionsmitgliedern Matthias Kros und Michael Roth

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Bei Alstom in Mannheim hat sich die Auftragslage nur leicht verbessert.

Mannheim. Die Lage im krisengeschüttelten Mannheimer Alstom-Werk scheint sich zunehmend zu stabilisieren. „Die Auslastung der Produktion hat sich im Vergleich zum vergangenen Jahr verbessert und wir konnten die Kurzarbeit in Mannheim beenden”, sagte Thomas Fligge, Vorstand der Alstom Power Systems GmbH und Standortleiter in Mannheim. Seit Februar sei mit dieser Maßnahme nach rund zwei Jahren Schluss. Zeitweise waren mehrere Hundert Mitarbeiter in Kurzarbeit gewesen.

Allerdings seien die Rahmenbedingungen des Energiemarkts und der Finanzmärkte für Investoren derzeit nicht überschaubar, so Fligge. „Dies führt zu einer Zurückhaltung bei Investitionen in Gas- und Kohlekraftwerke und zu Unsicherheiten bezüglich der zukünftigen Auslastung unserer Fertigung.” Alstom setzt wegen der schlechten Auftragslage im Kraftwerksneubau gerade weltweit ein Sparprogramm um, dem auch in Mannheim, wo etwa 2000 Mitarbeiter beschäftigt sind, rund 250 Arbeitsplätze zum Opfer fallen. Immerhin konnte der Betriebsrat einen Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen bis 2014 erstreiten. Heute ist auch Udo Belz, Chef der Arbeitnehmervertretung, wieder etwas positiver gestimmt. „Nachdem wir im vergangenen Jahr Kurzarbeit in dramatischem Umfang hatten, ist die Turbinenfabrik momentan etwas besser ausgelastet”, sagte er. Die Aufträge stammten allerdings durchweg aus dem Ausland. Sorgen um die Zukunft der Fertigung in Mannheim hat er keine. „Schließlich haben wir hier das Kompetenzzentrum für Gasturbinen.”

Mit Mitarbeiter der Alstom Power Systems werden künftig bei der Alstom Power Service beschäftigt sein. Die wiederum wird ihren Namen in Alstom Power ändern. Das teilte der Konzern jedem einzelnen Mitarbeiter per Einschreiben mit. Das Geschäft der Alstom Power Systems wird an die Alstom Power verkauft.

Alle Arbeitsverhältnisse gehen komplett in bisheriger Form auf die neue Gesellschaft über. Tarifverträge Betriebsvereinbarungen, Altersversorgung, Kündigungsschutz und sonstige Regelungen gelten unverändert weiter. Es seien auch keine Änderungen betrieblicher Strukturen geplant. Die Alstom Power Systems bleibt als leere Hülle zurück. Als Grund nennt Thomas Fligge, Vorstand von Alstom Power Systems, eine Vereinfachung von Strukturen.

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