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24. 4. 2014

Betreff : Aktuelle Situation zur Fabrik Mannheim

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
dem Betriebsrat liegen Informationen vor, dass Listen erstellt werden, wer wann an den Informationsveranstaltungen des Betriebsrates teilgenommen hat bzw. welche Kolleginnen und Kollegen sich bei der Arbeitnehmervertretung zur Lage des Unternehmens informiert haben. Dies bedeutet eine Leistungs- und Verhaltenskontrolle seitens des Unternehmens und wird nicht vom BR akzeptiert.

Der Betriebsrat stellt hiermit noch einmal klar, dass Beschäftigte jederzeit das Recht haben, ohne Nennung von Gründen, nach vorherigem Abmelden sich beim Betriebsrat z.B. über die aktuelle Situation zu informieren siehe u.a. § 39 Abs.3 BetrVG. Gleichzeitig ist es ebenso legal, dass der Betriebsrat aus aktuellem Anlass, die Beschäftigten informiert - Zeitraum, Ort obliegt dem Betriebsrat.

Zum Thema Verlagerung der GT24-Teile:

Laut "ONE ALSTOM News" vom 22. 4. 2014 ist der Grund für die plötzliche Verlagerung der Teile an Unterlieferanten die fehlende Kapazität bzw. die termintreue Auslieferung, die am Standort Mannheim angeblich nicht möglich ist. Die GT24-Teile waren für die Fertigung in Mannheim fest zugesagt und entsprechend in der Produktionsplanung mit berücksichtigt – die Teile waren bereits auf die Maschinen gespannt.

Wie bereits in vergangenen Betriebsversammlungen berichtet, kritisiert der Betriebsrat schon seit Monaten die derzeitige Produktionsplanung. Zum einen herrschen Unterlastprobleme, zum anderen werden ständig Wechsel von Schichten vorgenommen, dann folgen wieder Überstunden. Dieses Vorgehen ist aus Sicht des Betriebsrates ein unmöglicher Zustand und lässt eine vernünftige Planung der Produktionskapazitäten kaum zu.

Weiterhin werden die sinkende Nachfrage und die Energiewende ständig als Argumente für die Auslastungsprobleme seitens der Unternehmensleitung herangezogen. Dabei fordert der Betriebsrat schon seit Jahren ein Konzept für die Fabrik, um die Folgen der Energiewende zu kompensieren und alternative Fertigungsmöglichkeiten für die Fabrik zu ermitteln. Vorschläge seitens der Arbeitnehmervertretung werden ignoriert.

Außerdem sollen vorhandene Überkapazitäten abgebaut werden. Diese sogenannten Überkapazitäten wurden durch die Konzernleitung selbst verursacht, indem neue Fabriken in China, Amerika usw. errichtet wurden, obwohl ausreichende Produktionskapazitäten in Europa vorhanden sind.

Gleichzeitig wird versucht, das so wichtige Fachwissen der Kolleginnen und Kollegen aus der Produktion, welches Mannheim von anderen Fabriken hervorhebt, nach Chattanooga zu transferieren.

Für ALSTOM Mannheim-Käfertal ist die Fabrik ein wichtiger Bestandteil schon seit über 100 Jahren. Das Fachwissen und die Kompetenz der Beschäftigten sind existenziell für diesen Standort.

Dem Betriebsrat wurde zugesagt, eine Konzeption zur Absicherung der Fabrik und der Beschäftigten gemeinsam mit der Geschäfts- und Fabrikleitung zu erarbeiten. Die Arbeitnehmervertretung musste leider feststellen, dass wieder einmal Zusagen nicht eingehalten und weitere Restrukturierungsmaßnahmen für die Produktion in Kürze dem Europäischen Betriebsrat schon vorgelegt werden sollen.
Die Arbeitnehmervertretung wird bei der morgigen außerordentlichen EBR-Sitzung die erneut geplante Restrukturierung sowie das Gerücht einer möglichen Übernahme durch GE thematisieren und schnellstmöglich darüber informieren.

Um eine weitere Eskalation zu vermeiden, fordert der Betriebsrat die Unternehmens- und Fabrikleitung hier am Standort auf, keine Fakten mehr zu schaffen und den Gesprächsergebnissen auf europäischer bzw. auf nationaler Ebene nicht vorzugreifen.

Mit kollegialen Grüßen

Euer Betriebsratsteam
ALSTOM Mannheim-Käfertal

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